Aufgrund eines bedauerlichen Recherche-Fehlers unsererseits erhielten wir E-Mail von der Firma „Danse Macabre Records“. Wir hatten behauptet, der Berliner Piraten-Chef Bruno Gert Kramm hätte das antizionistische Rap-Video „Antideutsche / Tahya Falastin“ von Thawra und Kaveh produziert. Das entspricht nicht den Tatsachen. Fakt ist jedoch, dass Danse Macabre Thawra und Kaveh unterstützt hat, indem es „seine Studios für das Mastering zur verfügung gestellt“ hat und „einen Vertriebskanal für den Künstler Kaveh“ eröffnete. Dafür hatte sich Kaveh jüngst auf seiner Facebook-Seite beim Piraten-Landeschef Bruno kramm bedankt. Dieser scheint scheint mit Kaveh jedoch nicht in Verbindung gebracht werden zu wollen.


In der Tat sind vermeidbare Recherchefehler nichts, worauf wir stolz sind. Dennoch stellt sich für uns vor allem eine Frage: wo ist politisch betrachtet der Unterschied, ob Kramm den ressentimentbeladenen Rap aus Berlin nun produziert hat, oder ob er „nur“ seine Studios für das Mastering zur Verfügung gestellt hat? Auch in letzterem Fall ist dies als eine Unterstützung für den „Künstler Kaveh“ zu werten, der über beste Kontakte sowohl in Teile der linken Szene, als auch in die Truther- und Querfront-Szene verfügt. Der explizite Dank Kavehs auf Facebook scheint Kramm allerdings nicht gefallen zu haben. Ansonsten wäre er nicht so darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, er kooperiere mit Kaveh.

Hat Kaveh dem Landesvorsitzenden der Piraten mit diesem Post einen Bärendienst erwiesen?
Hat Kaveh dem Landesvorsitzenden der Piraten mit diesem Post einen Bärendienst erwiesen?

In der Mail von Kramms Produktionsfirma werden wir jedenfalls darauf aufmerksam gemacht, dass die Behauptung, seine Firma habe das Video produziert, „einer üblen Nachrede und Rufschädigung gleich kommt“. Fassen wir noch einmal zusammen: erst stellt Kramm Thawra und Kaveh sein Studio für das Mastering seines Filmches gegen „Antideutsche“ zur Verfügung – und dann betrachtet er es als „Rufschädigung“, wenn die Behauptung aufkommt, er habe das Video produziert. Wie ist das zu verstehen? Ein bisschen Support für Antizionismus ist ok, aber zu viel ist schlecht für den Ruf?

In der Mail von „Danse Macabre Records“ wird im Übrigen darauf verwiesen, dass „Antideutsche / Tahya Falastine“ von „Nachtigall, der Produktionsfirma, die auch für Clips von Sookie [sic] und Tapete verantwortlich zeichnet“ produziert wurde. Während „Nachtigall Records“ öffentlich voll hinter Kaveh und Thawra steht und ersteren gar für „staatsfeindlich“ und „antikapitalistisch“ hält, hält Rapperin Sookee sich zu der Angelegenheit bislang bedeckt.* Allerdings besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass sie in den nächsten Tagen noch eine detailliertere inhaltliche Auseinandersetzung mit den Aktivitäten ihrer Produktionsfirma vornimmt.

*Leider war uns an dieser Stelle erneut ein Recherchefehler unterlaufen. Wir hatten ursprünglich einen sechszeiligen Distanzierungspost von Sookee auf Facebook hier zitiert. Dieser war allerdings nicht auf Thawras und Kavehs Video bezogen, sondern stammte bereits aus dem Jahr 2014 und bezog sich auf andere Aktivitäten ihrer Produktionsfirma. Wir entschuldigen uns an dieser Stelle für den erneuten faux pas und geloben Besserung.

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