Während sich der Großteil der Aktionen gegen den G20-Gipfel in Hamburg auf die rote Zone um die Messehallen fokussierte, demonstrierten 800 Personen im Hamburger Hafen. Unter den Slogans „Die Logisitik des Kapitals lahmlegen“ und „Shut down the Harbour“ hatte das kommunistische »…um’s Ganze!«-Bündnis zu Aktionen im Hafen mobilisiert.

Die Demonstration startete am S-Bahnhof Veddel und zog über den Veddeler Damm und die Köhlbrandbrandbrücke in den Stadtteil Wilhelmsburg. Begleitet von einem massiven, teils behelmten aber insgesamt zurückhaltenden Polizeiaufgebot brachten die Demonstrant_innen gut sichtbar ihre Ablehnung der kapitalistischen Gesellschaft als Totalität zum Ausdruck. Bereits im Vorfeld hatte »…um’s Ganze!« eine „strategische Neuausrichtung der radikalen Linken entlang der Logistik“ gefordert. Aktionen im Hafen seien eine gute Möglichkeit aufzuzeigen, dass der Kapitalismus im Bereich der Logistik auch durch eine schwache radikale Linke verwundbar sei.

Die Inhalte der Demonstration waren für Außenstehende deutlich erkennbar – keine Selbstverständlichkeit.

Entgegen den Aufrufen im Vorfeld versuchte die Demonstration nicht, den „Hamburger Hafen den drittgrößten Container-Hafen Europas“ zu „blockieren“. Der Aufzug bewegte sich die ganze Zeit auf einer von der Polizei akzeptierten Route. Jedoch kam es durch den Demonstrationszug zu einem Rückstau von LKWs auf der Straße, was die Moderation im Lautsprecherwagen als Erfolg gegen die Logistik des Kapitals wertete. Vor der Köhlbrandbrücke kam es zu ungefähr halbstündigen Verhandlungen mit der Polizei über die weitere Route der Demonstration. Diesen Zwischenstop wertete der Pressesprecher der Aktion als „symbolische Blockade“.

Das Abbrennen von Pyrotechnik hob die Stimmung an vielen Stellen auf dem langem Demonstrationszug.

Der Demonstration im Hafen ist es deutlich besser gelungen als jeder anderen Aktion während des G20-Gipfels inhaltlich zu vermitteln, dass das Problem der Kapitalismus als Vergesellschaftungsmodus ist und nicht lediglich seine Repräsentant_innen, die sich in den Messehallen treffen. Ob die vorab ausgegebenen Erfolgskriterien, dass „an dem Tag wichtige Knotenpunkte im Hafen blockiert sind“ und dass „über“ die Aktion „und unsere Inhalte gesprochen wird“, erfüllt wurden, darf allerdings bezweifelt werden. Die bürgerliche Presse zumindest hat bekanntlich seit Tagen eine vollkommen andere Agenda.

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