Mittwoch, August 23, 2017

SCHLAGWORTE: Rassismus

Proteste in Ungarn und Serbien zwei Jahre nach dem Sommer der Migration

September 2015. Zehntausende Menschen sind auf ihrem Weg nach Westeuropa. Tausende sitzen am Bahnhof in Budapest fest. Am 4. September haben sie das Vertrauen verloren mit den Zügen weiterfahren zu können und laufen los. Wie bei der kollektiven Grenzüberwindung an der griechisch-mazedonischen Grenze zwei Wochen zuvor, ist das Ziel des March of Hope klar: Über die ungarische Grenze nach Österreich, Deutschland oder weiter, mit der Hoffnung auf Sicherheit und bessere Lebensbedingungen. Als schließlich Mitte September die letzten Meter ungarischen Grenzzauns mit Nato-Draht verschlossen werden, kommt es in Röszke zu Zusammenstößen zwischen Geflüchteten und der Polizei. Menschen richten sich gegen ein Europa der Abschottung, gegen Grenzen als Ausdruck des rassistischen Nationalismus und überqueren sie.

Dreieich: Viele offene Fragen

Der Vorfall hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt: Anfang Januar 2016 wurden auf das Fenster einer Flüchtlingsunterkunft im hessischen Dreieich bei Offenbach nachts mehrere Schüsse abgegeben. Ein schlafender Asylsuchender wurde durch zwei Streifschüsse leicht am Knie verletzt. Nun ist vor dem Landgericht Darmstadt das Urteil gegen die Täter gefallen. Eine politische Motivation soll bei dem Angriff keine Rolle gespielt haben. Doch es bleiben Fragen offen.

Dem Rollback entgegen – Interview zum Feministischen Kampftag 2017

Am 8. März ist Weltfrauentag, von vielen linken und feministischen Gruppen auch als Frauenkampftag oder Feministischer Kampftag begangen. In Leipzig mobilisiert ein Bündnis aus linken und linksradikalen Gruppen für den 11. März zu einer Demonstration gegen das Patriarchat und den sexistischen Rollback. Ronny Gsawitz sprach mit Louise Ninive vom Feministischen Kampftagsbündnis aus Leipzig über den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus sowie über Perspektiven konkreter feministischer Kämpfe.

„Kulturalismus und Soziale Krise“ – Neuerscheinung ab März 2017

Der Mythos vom "Kampf der Kulturen" ist wissenschaftlich offensichtlich nicht ernstzunehmen. Wieso erfreut sich die Erklärung globaler und sozialer Konflikte mit "Kultur" dennoch so großer Beliebtheit? Was meinen selbsternannte Verteidiger_innen des Abendlands und Jihadist_innen, wenn sie von "Kultur" sprechen? Wie hängen Kolonialismus, Kapitalismus und islamischer Fundamentalismus zusammen? Diesen Fragen widmet sich das Buch "Kulturalismus und Soziale Krise" von Sarah Kreimendahl und Karl-Heinz Kreuzer, das ab März 2017 bei edition assemblage erscheinen wird.

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