Zum „Tag der deutschen Zukunft“ am 03.06.2017 in Karlsruhe erschienen statt der erwarteten 900 Neonazis gerade ein Mal 300 Demonstrationsteilnehmer_innen am Bahnhof Durlach. Diese kamen zu großen Teilen aus NRW (u.a. Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach), dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Badem-Württemberg.

Parallel waren bei den Gegenprotesten 2.500 (laut Polizei) – 4.000 (laut #NoTDDZ) Teilnehmer_innen, wovon nach Angaben der Demo-Sanitäter über 100 Personen durch die Polizei verletzt wurden.
Außerdem erschwerte die Polizei den kompletten Zeitraum über eine Dokumentation der Nazi-Demonstration durch Pressevertreter_innen. Anfangs wurde es komplett untersagt den Demonstrationszug zu begleiten. Später durfte nur ein Teil der anwesenden Journalist_innen auf die Strecke, allerdings nur 20 Meter vor der Demonstrations-Spitze. Alles was abseits der Spitze stattfand konnte so nur eingeschränkt dokumentiert werden. Begründet wurden diese Maßnahmen damit, dass sonst die Sicherheit der Anwesenden nicht mehr gewährleistet werden könne.


Teilnehmer_innen der Nazi-Demo mit „Medien“-Armbändern hingegen konnten sich frei bewegen. Während der Auftaktkundgebung konnten Nazis aus Dortmund auch ohne Probleme Presse-Vertreter_innen körperlich bedrängen und zeitweise komplett die Sicht nehmen, obwohl direkt daneben sowohl das polizeiliche Anti-Konflikt-Team als auch zivile Einsatzkräfte standen. Auch per polizeilicher Auflage verbotene Zahlen-Kombinationen und andere NS-bezogene Inhalte konnten zur Schau gestellt werden, ohne das die anwesende Polizei einschritt.

Durch ein Verbot von geplanten Rednern der Nazis konnten auf der gesamten Demonstration nur von dem Versammlungsleiter Christian Worch (Bundesvorsitzender Die Rechte) und dem Anmelder Manuel Mültin (ebenfalls im Vorstand von Die Rechte) Reden gehalten werden. Auch sonst war die Außenwirkung des „Tags der deutschen Zukunft“ eher von geschlossenen Geschäften und ausgestorbenen Straßen geprägt.

Am Ende der Demonstration wurde noch bekannt gegeben, dass der 10. „Tag der deutschen Zukunft“ am 24.06.2018 in Goslar stattfinden wird.

 

weitere Bilder des Tages finden sich auf Flickr

und bei den Kolleg_innen: Presseservice Rathenow & Sören Kohlhuber

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