Liveblog: G20 Gipfel in Hamburg – 06.07.17

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Deutschland ist am 7. und 8. Juli 2017 Gast­geber des G20-Gipfel. Das Gipfeltreffen findet auf Vorschlag von Bundes­kanzlerin Merkel in Hamburg statt. Damit sich die Mächtigen der Welt in Ruhe treffen können, braucht es über 20.000 Polizist*innen, um den Gipfel vor Protest abzuschotten. Eine kaum abschätzbare Zahl an Menschen wird nach Hamburg kommen, um den Gipfel zu stören. Wir versorgen euch hier mit den wichtigsten Infos und verschaffen euch einen Überblick über das Geschehen. Wir sind der Liveblog für diejenigen, denen Twitter zu schnell ist. 

23:40 Uhr – 06.07.17

Noch immer gibt es Auseinandersetzungen rund um das Schanzenviertel in Hamburg. Derweil gibt es die ersten Videos und Fotos vom heutigen Tag.

Aktivist*innen die Gewalt erfahren haben oder andere Probleme können sich beim „Out Of Action“ Team melden und sich emotionale Hilfe holen.

Die Polizei erhöht die Zahl der leicht verletzten Polizist*innen um 59 leicht verletzte. Wie viele davon durch Pfefferspray verletzt wurden, ist bisher nicht bekannt.

Wir verabschieden uns nun in die Nachtruhe.

23:15 Uhr – 06.07.17

Tausende demonstrieren immer noch in Hamburg. Sie wollen sich ihr Recht auf eine Demonstration von der Polizei nicht nehmen lassen.

23:05 Uhr – 06.07.17 

Die Polizei spricht mittlerweile von „über 15 verletzten Polizisten“. Ob tatsächliche alle männlich waren ist unklar. Auch was genau mit „über 15“ gemeint ist. 16? Die Redaktion Sechel rätselt, ob die Zahl 15 bereits so groß ist, dass sie nicht genauer bestimmt werden kann.

Derweil trudeln auf Twitter immer mehr Videos von Polizeigewalt sein. Die Zahl der Verletzten auf Seiten der Aktivist*innen wird schätzungsweise um ein Vielfaches höher sein.

Auch vor Journalist*innen machen die Gewalttäter in Uniform keinen Halt. Auch die genaue Anzahl der verletzen Pressevertreter*innen ist nicht bekannt.

23:00 Uhr – 06.07.17

Das war bis hier her ein turbulenter Abend, nachdem die eigentliche „Welcome to Hell“-Demonstration durch die Polizei erst zerschlagen und dann offiziell vom Veranstalter aufgelöst. Danach gab es etliche kleinere, aber auch heftigere Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und auch die Wasserwerfer kamen öfters zum Einsatz. Es flogen Flaschen, Steine und PCV Stangen, aber nicht aus der Demonstration heraus. Die war zu diesem Zeitpunkt bereits offiziell aufgelöst. Auf Twitter behauptet die Polizei es seien auch Eisenstangen eingesetzt worden. Bisher wurde das noch von keiner unabhängigen Quelle bestätigt. Bestätigte Zahlen über verletze Menschen gibt es noch keine. Ebenso gibt es bisher keine bestätigten Informationen über die Zahl der Demonstrierenden. Die Veranstalter sprechen von mehr als 10.000 Menschen.

Die Demonstrant*innen versuchten, mindestens zweimal erfolgreich, spontane Demonstrationen als Ersatz abzuhalten. Noch kehrt keine Ruhe ein in Hamburg.

20:30 Uhr – 06.07.17
Nun eskaliert es. Die Polizei hat die Demonstration zerschlagen. Es gibt etliche Verletzte. Mindestens ein Pkw, ein BMW, brennt.

19:30 Uhr – 06.07.17

Nachdem sich die Demonstration einige Meter in Bewegung gesetzt hatte, steht sie wieder. Die Polizei stoppte sie und positioniere einige Wasserwerfer in unmittelbarer Nähe. Die Polizei stört sich an der Vermummung, das veräußerte sie in drei Ansagen. Gleichzeitig stehen Hunderte Schaulustige mit Bier in der Hand direkt an der Demonstration, die förmlich auf eine Straßenschlacht warten. Das erwartete Theater.

18:50 Uhr – 06.07.17


Langsam formieren sich erste Blöcke für die linksradikale Demonstration. Ausgerüstet mit verschiedenen Transparenten haben Anhänger*innen des FC St. Pauli ihre Message in die Öffentlichkeit getragen, viele Pressevertreter*innen schießen Fotos. Die Polizei ist derweil noch ruhig und zurückhaltend.

18:20 Uhr – 06.07.17

Es hat sich bestätigt, dass Aktivist*innen der rechtsradikalen Identitären Bewegung auch in Hamburg unterwegs sind.

18:00 Uhr – 06.07.17

Der Fischmarkt füllt sich weiter. Die Auftaktveranstaltung hat bislang eher Festival Charakter. In der vergangenen Stunde sprachen verschiedene Aktivist*innen, u. A. aus Mexiko und forderten die Teilnehmer*innen zur Solidarität mit linken Bewegungen im Nachbarstaat der USA auf. In den Reden beklagten die Aktivist*innen eine Ausbeutung der indigenen Bevölkerung, aber auch der Umwelt, etwa durch große Unternehmen, die auch die Klimafrage verschärfen würden. Im Anschluss traten dann Rapper der Band Neonschwarz auf und sangen gemeinsam mit dem Publikum “Staat, Nation, Kapital: Scheiße!“

„Welcome To Hell“ Demonstration auf dem Fischmarkt. // Foto: Twitter @infozentrale

Gerade gibt es vor allem weitere Instruktionen von den Organisator*innen der Demo bezüglich möglich folgender Repressionen. Nach Plan soll die linksradikale Demo dann um 19 Uhr vom Fischmarkt aus starten.

 

17:00 Uhr – 06.07.17

Der Fischmarkt füllt sich. Es gibt Redebeiträge und Musik bei der „Welcome to Hell“-Demo.

16:20 Uhr – 06.07.17

Bei der #WelcomeToHell Demonstration spielt gerade die Band „Die goldenen Zitronen“. Danach treten auch noch die Band Neonschwarz auf.

06.07.17 – 16:15 Uhr

Das FC/MC bietet einen Livestream von der heutigen Demonstration an.

06.07.17 – 15:45 Uhr

Auf dem Fischmarkt St. Pauli trudeln die ersten Menschen zur „Welcome to Hell“-Demonstration ein. Es bleibt auch weiterhin spannend, wie es um die polizeilichen Auflagen bestellt ist. Die fehlen bisher immer noch.

Essen wird bereits verteilt auf dem Fischmarkt, eine Bühne wurde aufgebaut und die Sonne scheint. Die Polizei ist natürlich auch vor Ort. Währenddessen melden Aktivist*innen aus Dänemark, dass sie und ihre Busse an der Grenze kontrolliert werden.

Stand 15:15 Uhr gibt es im St. Pauli Stadion übrigens noch 150 freie Schlafplätze. Zugang ist möglich über die Budapester Straße.

14:30 Uhr – 06.07.17

„Free Communication – Media Center“: In Hamburg gibt es auch eine Infrastruktur mit Arbeitsplätzen für kritische Journalist*innen. Das Center befindet sich mitten im Millerntor-Stadion. Auch unsere Reporter*innen werden die Räumlichkeiten und das Equipment nutzen. Dort finden regelmäßig Pressekonferenzen statt.

13:30 Uhr – 06.07.17

Dann können wohl alle beruhigt aufatmen, dass zumindest die Berliner Polizist*innen nicht zelten müssen. Kaum vorzustellen was dann passiert wäre…

11:40 Uhr – 06.07.17

Die heutige „G20 Welcome to Hell“ Demonstration könnte sogar heißer werden als gedacht. Der Anwaltliche Notdienst hat sich die Anmeldebestätigung etwas genauer angeschaut und mit verblüffen festgestellt, dass es keine einzige Demo-Auflage geben würde. Matthias Wisber zeigt sich besorgt: „Spielt die Polizei mit gezinkten Karten? Der Subtext der Anmeldebestätigung ist ganz einfach: Ihr werdet den Kundgebungsplatz nie erreichen. Der AND fordert die Polizeiführung auf, die Versammlungsfreiheit zu schützen und sie nicht zum Gegenstand taktischer Spielchen zu machen.“

11:15 Uhr – 06.07.17

Ruhig ist es in Hamburg. Gähnende Leere auf dem Schulterblatt, mitten im Hamburger Schanzenviertel. Um 16 Uhr wird sich das jedoch ändern: „G20 Welcome to Hell„. Das ist das Motto der heutigen Großdemonstration. Nachdem gestern bereits 20.000 Menschen in Hamburg unterwegs waren, wird der heutige Tanz vermutlich ähnlich heiß.

Leere Straßen sieht man hier eher selten: Das Schulterblatt in Hamburg
11:00 Uhr – 06.07.17

Der Gipfel spaltet Hamburg in Schutzzonen ein. Für die Reichen gibt es abgesperrten Bereiche und 20.000 Polizist*innen als persönliche Leibwache, für die Armen gibt es jedoch jetzt auch so einiges: Die Solidarität mit den Demonstrant*innen wächst. Nun öffnet auch der Fußballverein St. Pauli seine Türen für die Protestierenden. 200 Schlafplätze stellt der Verein zu Verfügung. Damit hat die Polizei sicherlich nicht gerechnet, als sie es für eine gute Idee hielt das Camp in Entenwerder rechtswidrig zu räumen. 

09:05 Uhr – 06.07.17 

Ein Sonderzug brachte heute Morgen weitere Hunderte Menschen nach Hamburg. Die Polizei-Taktik scheint bisher nicht zu wirken: Die Menschen lassen sich nicht abschrecken und kommen auch weiterhin nach Hamburg um gegen den G20-Gipfel zu protestieren.

08:05 Uhr – 06.07.17 

Hunderte Menschen sind bereits seit einigen Tagen in Hamburg. Gestern Abend versammelten sich über 20.000 Menschen bei der „Lieber tanz ich als G20“-Demonstration. Sie zog friedlich und stimmungsvoll durch Hamburg. Ohne Störungen durch die Polizei.

 

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