Am Freitagabend, den 08. Januar 2016 haben sich um 20 Uhr 18 Mitglieder der Facebook-Gruppe „Einer für alle, alle für einen… Düsseldorf passt auf“ im Düsseldorfer Hbf getroffen um sich zu vernetzen und erste Aktivitäten zu planen. Die Facebook Gruppe entstand auf Grund der Ereignisse in Köln.

„Düsseldorf passt auf“ möchte explizit keine Bürgerwehr sein, möchte aber schon durch bekannte Düsseldorfer Problemviertel wie den Hauptbahnhof und die Altstadt patrouillieren um „unsere Frauen“ zu schützen. Ein Konzept was bekanntermaßen jedoch als eine „Bürgerwehr“ zu beschreiben ist.

Nach Vernetzung auf Facebook, das Anwachsen der Gruppe auf über 9000 Mitglieder folgte das erste Treffen. Etwas 18 Personen, davon eine Frau, versammelten sich im Düsseldorfer HBF. Sie standen lange Zeit schlicht einfach im Hauptbahnhof rum und gingen dann irgendwann in eine Kneipe. Am Samstag, den 09.01 soll dann der erste Altstadt-Einsatz folgen. Um 20 Uhr wollen sie sich am Rathaus treffen.

Unter ihnen befand sich auch ein bekannter rechter „HoGeSa“-Hooligan. Patrick „Flecky“ (so nennt er sich jeden Falls bei Facebook) ist regelmäßig Teilnehmer bei diversen rechten Veranstaltungen. Außerdem war er immer wieder auch als Ordner im Einsatz: zum Beispiel bei Pro NRW und DügIdA Veranstaltungen. Er ist Anhänger von Fortuna Düsseldorf und mit organisierten rechten Hooligans von der Gruppe „Fortuna Terror 1982“ vernetzt. Bekannt ist er auch für Bedrohungen und Handgreiflichkeiten gegenüber Journalist_innen bei Demonstrationen, vor allem wenn er als Ordner tätig war.

Patrick F. bei einer Pro NRW Demonstration in Schwelm (2. v..l.)
Patrick F. bei einer Pro NRW Demonstration in Schwelm (2. v..l.)

Seine Einstellung macht er nicht nur auf der Straße deutlich, sondern auch bei Facebook. So postete er noch im Oktober vergangenen Jahres das Lied „Blut muss fließen“. Ein Film der bundesweit in verschiedenen Kinos gezeigt wurde dokumentiert u. A. die Besuche von Nazi-Konzerten. Dabei ist vor allem „Blut muss fließen“ einer der meistgesungenen Lieder auf rechten Musikveranstaltungen, dementsprechend trägt der Film eben den Liedtitel als Namen. Er bekennt sich ebenfalls klar zu rechtsradikalen Inhalten mit zwei weiteren Postings. Dabei handelt es sich nur um ausgewählte Beispiele von unzähligen mindestens rassistischen Postings.

Das folgende Video ist von diesem ersten Treffen auf denen beide Personen eindeutig zu erkennen sind.

Natürlich auch anwesend, war der Gründer der Facebook-Gruppe Tofigh H., der antisemitische und sexistische Inhalte auf Facebook postet. Fragwürdige Bilder, die keinesfalls für Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft stehen, sondern diese aufgrund ihrer Kleidung oder sonstigen sexuell objektifizierenden Kriterien als „Schlampen“ abwertet.

Auf eine Anfrage zu den Vorwürfen hat Herr Tofigh H. noch keine Stellung genommen. Die erste Email kam per Fehlermeldung zurück. Also wurde er noch nicht erreicht. Wir bleiben dran. Wir werden eine Antwort dann ggf natürlich nachreichen. Die Anfrage im Wortlaut:

Guten Tage Herr Tofigh Hamid,

sie sind bekanntlich ja der Initiator der der Facebook-Gruppe “Düsseldorf passt auf”, die nach den Silvester-Vorfällen in Köln gerne durch Düsseldorf patrouillieren möchte und “Präsenz” zeigen möchte um “unsere Frauen” zu schützen. Sie geben sich betont unpolitisch und sehen sich explizit nicht als eine sogenannte “Bürgerwehr”. Ihr Gruppe hat bereits über 9000 Mitglieder und innerhalb kürzester Zeit eine enorme Reichweite entwickelt.

Heute, am 08.01, fand ihr erstes Treffen am Düsseldorfer HBF statt. Einer der Teilnehmer war ein gewisser Patrick “F.“(sein korrekter Nachname ist nicht bekannt). Dieser Herr Patrick F. ist ein bekannter selbsternannter “Hooligan”, der auf diversen rechten Demonstrationen, zum Beispiel Demonstrationen der sogenannten “Hooligans gegen Salafisten”-Bewegung, aber auch auf Pegida Demonstrationen anzutreffen ist. Außerdem war er einige Male sogar als Ordner tätig. Zum Beispiel auf einer Pro NRW Demonstration in Schwelm. Die Frage ist:

Wie passt dieser Herr zusammen mit dem Label “unpolitisch”? Haben sie kein Problem damit, mit einem rechten Hooligan zusammenzuarbeiten?

Ein anderes Thema zu denen wir ein paar Fragen hätten ist folgendes Facebook-Posting von ihnen:

Wie passt dieses sexistische Posting damit zusammen, dass sie gerne “Frauen schützen” möchten?

Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen,

Kollektiv Sechel.

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4 KOMMENTARE

  1. Bitte einmal bei Tofigh Hamid melden Liebe Leute von Sechel. Die Bewegung aus Düsseldorf würde sich gerne mal friedlich bei nem Kaffee mit euch unterhalten.

    Bei Facebook! Bitte um Kontaktaufnahme.

  2. Bitte einmal Kontakt aufnehmen. Wir suchen ein friedliches Gespräch mit euch. Eure Aufklärungsarbeit in Richtung Rechts die ihr macht finden wir gut.

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