Die erste Versammlung der „Bürgerbewegung Leipzig“ am 04.02.2017 unter dem Motto „Gegen die Zerstörung Deutschlands“ war allein Aufgrund der TeilnehmerInnenzahl ein Flop.

Aus der angemeldeten Demonstration mit 300 erwarteten TeilnehmerInnen wurde  eine Kundgebung mit 40 TeilnehmerInnen auf dem Parkplatz der Industrie- und Handelskammer am Goerdelerring. An den insgesamt drei Gegenveranstaltungen nahmen circa 150 Menschen teil.

Die „Bürgerbewegung“, die mit Thomas Festerling als Versammlungsleiter, durch die Käthe Kollwitz Straße laufen wollte, entschied  sich schnell für eine stationäre Kundgebung. Selbst „Der Lange“, einer der Redner, hatte nach eigener Aussage eine Blamage mit lediglich 50 TeilnehmerInnen befürchtet und habe überlegt, gar nicht erst teilzunehmen. Wie der Nachmittag zeigte, sollte er Recht behalten.

So verzichtete auch die Polizei auf Hamburgergitter und sicherte die Veranstaltung nur mit Polizeieinheiten ab. Am Rande der Gegendemo gab es zwei Festnahmen wegen Beleidigung. Ein vorbeifahrendes Auto wurde von der Polizei gestoppt, nach dem ein Insasse aus dem Fenster den Hitlergruß zeigte.

Die erste Rede von Thomas Festerling wurde immer wieder durch Durchsagen der Polizei, die GegendemonstrantInnen aufforderten den Platz zu wechseln, unterbrochen und somit kaum hörbar gemacht. Eine weitere Rednerin war die AfD-Politikerin Madeleine Feige.

Thomas Festerling

Außerdem konnte man bei der „Bürgerbewegung Leipzig“ heute auch die „Bürgerbewegung Grimma“ mit ihrer Anmelderin Michelle S. antreffen. Diese war bereits seit Beginn von Legida regelmässig bei Veranstaltungen als Ordnerin anzutreffen. Generell waren unter den TeilnehmerInnen von der „Bürgerbewegung Leipzig“ viele bekannte Gesichter, die bereits bei den Anfängen von Legida zu beobachten waren. So tauchte auch die Fahne mit der Aufschrift „Roßlau gegen das Politikversagen“ auf. Selbst Thorsten Crämer, der Geschäftsführer von PRO NRW, nahm an der Kundgebung am Samstag teil.

Nach vier sehr ermüdenden Reden, die sogar die eigenen wenigen TeilnehmerInnen zum vorzeitigen Verabschieden zwangen, wurde verkündetet, dass eine nächste Demonstration geplant ist. Diese soll am 20. Februar stattfinden. Als Veranstaltungstag wurde diesmal kein Samstag, sondern der Montag gewählt. Es bleibt abzuwarten, ob ein Wochentag mehr TeilnehmerInnen ziehen kann als zur Auftaktveranstaltung letzten Samstag. Die Wahl des Montages könnte ein Verweis auf Legida sein und dem Wunsch, in diese Fußstapfen nachzufolgen.

Die Entwicklung dieser „Bürgerbewegung“ bleibt weiterhin abzuwarten, die TeilnehmerInnen der ersten Veranstaltung lassen jedoch eine inhaltliche Anknüpfung an Legida vermuten.

Weitere Fotos: Simon Telemann

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