Am Samstag, dem 15.04.17, fand eine Nazi-Demonstration der Gruppierung „Köln für deutschen Sozialismus“ rum um den Bahnhof Köln Süd statt.

Nachdem am 14.01.17 durch antifaschistische Blockaden ca. 100 Nazis und rechte Hooligans in Köln-Deutz unter Führung von Jan Fartas und Paul Breuer bereits nach wenigen hundert Metern ihre Demonstration abbrechen mussten, hatten sie nun am Ostersamstag zu einer Demonstration gegen „linke Intoleranz“ aufgerufen. Dem Aufruf folgten nur insgesamt 11 Neonazis. Dem gegenüber standen mehrere hundert Gegendemonstrant_innen und 900 Polizist_innen mit Wasserwerfer, Räumpanzer und Helikopter sowie einer Hunde- und Pferdestaffel.

Statt vorab große Reden zu halten, lief die rechte Demonstration um ca. 13 Uhr direkt in Richtung des Autonomen Zentrums los. Dort hatte vorher bereits die Berliner Punk-Band ZSK spontan ein kurzes Konzert gegeben. Auf dem Weg dorthin schrie der ehemalige Kreisvorsitzende der Partei Die Rechte aus Hildesheim, Johannes Welge, ins Mikrofon. Dabei sprach er die Reden der vergangenen Demonstration im Januar an, in denen sich mehrere Redner als Nationalsozialisten bekannt hatten. Er wundere sich, wen die Presse erwartet hätte, etwa „orthodoxe Juden“. Daraufhin war kurz schallendes Gelächter zu hören.

Doch bereits nach 200 Metern stand das Häuflein erst einmal. Aufgrund einer Blockade war die Wegstrecke der Nazis blockiert, und erst nach längeren Diskussionen zwischen Polizei und Anmelder konnte der Weg über die Luxemburger Straße auf dem Bürgersteig fortgesetzt werden. Als die Demonstration bereits an der Blockade vorbeigezogen war, kam es noch zu Pfefferspray-Einsatz seitens der Polizei. Die Neonazis wurden dauerhaft von Antifaschist_innen am Rand begleitet und stiegen nach einer kurzen Zwischenkundgebung, auf der Paul Breuer sprach, wieder schnell in ihren Zug in Richtung Hauptbahnhof.

Nach der Abreise der Nazis spielten noch zwei weitere Punkbands (Pogendroblem und Mülheim Asozial) vor dem Autonomen Zentrum.

 

Weitere Bilder sind hier auf Flickr zu finden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT