Nach den Vorfällen am Kölner HBF in der Silvester Nacht formiert sich auf Facebook eine „unpolitische“ Masse um „durch die Stadt zu ziehen um mit Präsenz und Gewaltlosigkeit den Menschen klar zu machen das so etwas in unserer schönen Stadt absolut nicht toleriert wird!“. Mittlerweile hat die Gruppe über 2000 Mitglieder. Mittendrin: rechte Hooligans und ein NPD-Politiker.

Die Vorfälle der Kölner Silvester Nacht ziehen eine durch und durch rassistische Diskussion nach sich. Statt über sexuelle Gewalt, Diskriminierung und dem Patriarchat zu diskutieren wird in aller Munde über die Nationalität, Kultur oder Ethnie der Täter geredet. Das gerade die Rechte in diese Kerbe tritt kommt nicht all zu überraschend. Das Pegida NRW und Pro NRW die Vorfälle versuchen zu nutzen, auch das war nicht all zu überraschend. Jetzt geht es ja schließlich darum „deutsche Frauen“ zu schützen. Es geht ihnen nicht um Sexismus.

Doch nicht nur die politische Rechte reagiert auf Köln: Auch das vermeintliche Bürgertum reagiert. So wie es heute modern ist: Erstmal mit Hilfe einer Facebook Gruppe. Innerhalb von 3 Tagen wuchs die Gruppe „Einer für alle, alle für einen… Düsseldorf passt auf“ auf über 2000 Mitglieder*innen an. Das mediale Interesse ist riesig. So berichtet der Initiator Tofigh H. von etlichen Presse-Anfragen: Sat.1, Bild oder auch Focus. Die Antwort der Mitglieder ist fast ausschließlich die gleiche: Hüte dich vor der Lügenpresse! Bereits jetzt empören sich die Mitglieder*innen über den Bericht von rp-online.de. Dort wird die Gruppe nämlich als „Bürgerwehr“ bezeichnet.

Die offiziellen „Ziele“ der Gruppe finden sich in der Beschreibung:

Anlässlich der Ereignisse am Kölner Hauptbahnhof in der Sylvester Nacht , ( fast 80 sexuelle Übergriffe und eine Vergewaltigung laut der Medien) haben wir beschlossen uns in Düsseldorf zu mobilisieren.
Da so etwas auch in unserer schönen Stadt immer wieder der Fall ist und sich das leider in den letzten Monaten vermehrt hat, möchten/wollen und müssen wir was dagegen tun. Da jeder von uns eine Freundin, Schwester, Mutter, Cousine, Tante, Schwägerin oder Frau hat.

Die Idee ist gemeinsam an Wochenenden bzw. An diversen Veranstaltungs tagen durch die Stadt zu ziehen um mit Präsenz und Gewaltlosigkeit den Menschen klar zu machen das so etwas in unserer schönen Stadt absolut nicht toleriert wird!

Daher möchten wir DICH bitten uns zu unterstützen um UNSERE Familien zu beschützen.

Dies ist KEINE politische Seite! Hier geht es nur darum unsere Stadt für unsere Damen sicherer zu machen.

Was genau eigentlich in Köln passiert ist, wie die Geschehnisse eingeordnet werden und wogegen jetzt eben genau was getan werden muss ist unklar. Wollen sie nun die Rape Culture in Deutschland bekämpfen? Aufklärungskampagnen über sexuellen Missbrauchs und häuslicher Gewalt starten? Oder vielleicht doch nur leicht bewaffnet in Gruppen durch die Düsseldorfer Altstadt ziehen? Letzteres scheint jedenfalls der Plan und dieser Plan klingt ganz stark nach Bürgerwehr.

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Das ganze soll dann noch möglichst „unpolitisch“ sein. Keine Politik, keine Meinung, keine Theorie. Die allseits bekannte offene Tür, von der rechte Idiot*innen magisch angezogen werden. Und so ist es auch nicht all zu verwunderlich, dass sich neben dem  NPD Politiker Rainer Händelkes, der übrigens vom Initiator der Gruppe eingeladen wurde, auch bekannte rechte Hooligans in der Gruppe rumtreiben.

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Hetze gegen die Lügenpresse, undefinierte Ziele, unpolitisches Auftreten, rechte Hooligans: Eine all zu bekannte Mischung. Die aufpassenden Düsseldorfer wollen sich am Samstag, den 09.01 um 20 Uhr das erste Mal treffen. Sie wollen sich am Rathaus treffen und dann einen ersten Spaziergang durch die Altstadt unternehmen.

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1 KOMMENTAR

  1. Zu den Mitgliedern dieser Gruppe gehören auch die Dügida-Dumpfbratze Patrick Flecky (Facebook-Nick) sowie überraschenderweise die Polizeireporterin der Rheinische Post Stefanie Geilhausen. Ja dieselbe Journalistin, die im letzten Jahr tendenziöse Artikel gegen das berechtigte Engagement nicht rassistischer Düsseldorfer und klebrige Lobhudeleien auf die auf dem rechten Auge blinde Polizeiführung in der RP veröffentlicht hat. Ob Geilhausen nur aus Recherchegründen Mitglied dieser „besorgten Bürger“ entzieht sich meiner Kenntnis.

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