Donnerstag, Juni 29, 2017

Popkultur

Ein radikal linker Blick auf die Popkultur.

Popkultur

Ein radikal linker Blick auf die Popkultur.

Über das Stückchen Popmusik meiner Generation

Ich komm aus Böblingen bei Stuttgart und lebe in Berlin seit ein paar Jahren schon und ich muss sagen ich bin echt angekommen. Irgendwo zwischen Ikea-Regalen, Unibibliotheken, meiner Plattensammlung und einem Haufen von Magazinen friste ich mein Dasein als Hipster. Als weißer Jude mit Tätowierungen, Hausarbeitsdeadlines und einer Liebe für White Chocolate Mocha bei Starbucks. Auch wenn ich es oftmals nicht wahrhaben will, weil ich euch fast alle verachte, merke ich doch immer wieder wie ich mitten in meiner Generation und noch viel mehr in der weißen studentischen Mittelschicht meiner Generation stecke. Doch dabei kann ich mich wenigstens ein bisschen kritische fühlen, wenn ich die koloniale Ideologie anderer Zugezogener benenne, Pop auf seinen antinationalen Gehalt überprüfe oder in Kulturwissenschafts Seminaren anderen immer und wieder die Kulturindustrie-These vorsetze.
Das Bild ist eine Fotografie weißer Frauen, die sich von schwarzen Männern in Hängematten tragen lassen. Es ist in der Kolonialzeit im westlichen Afrika entstanden.

Das Fortleben der kolonialen ideologie im Agenturensohn

Es ist kein Geheimnis, dass mit dem Ende des Kolonialismus als Weltsystem die kolonialen Herrschaftsstrukturen keineswegs auf den Müllhaufen der Geschichte befördert wurde. Postkoloniale Ideologie und Herrschaft äußert sich in der ökonomischen Ausbeutung der globalen Peripherie durch die kapitalistischen Zentren, in den rassistischen Migrationsregime Europas, Nordamerikas und Australiens, in Krisenimperialismus und schließlich in einem kaum gebrochen positiven Bezug auf die Kolonialzeit. Unser Gastautor Chucky Goldstein hat bei der Analyse von gegenwärtigem Hip Hop eine weitere Manifestation kolonialer Ideologie entdeckt: den Agenturensohn. Ergänzend zu diesem Blog-Beitrag wird es der Text bald in voller Länge als Sechel E-Book erscheinen.