Mittlerweile gründen sich in NRW immer mehr „Bürgerwehren“. Während in Köln bereits Neonazis Jagd auf Nicht-Weiße machen, ist die Situation in Düsseldorf und Dortmund noch eine andere.

„Düsseldorf passt auf“ ist vermutlich der berühmteste Ableger einer „Bürgerwehr“ um „unsere Frauen zu schützen“. Tofigh Hamid schaffte es bis in die bundesweite Presse. Doch aufgrund von Kritik seitens der Presse und der Polizei macht „Düsseldorf passt auf“ nun erstmal wieder eine Rolle rückwärts. Nach den ersten Erkenntnissen, dass sich rechte Schläger in den Reihen von „Düsseldorf passt auf“ bewegen und einem wenig erfolgreichen ersten Abend in der Düsseldorfer Altstadt wolle die Bürgerwehr erstmal nicht mehr patrouillieren.

„Düsseldorf passt auf“ setzte sogar ein Regelwerk auf, welches uns zugespielt wurde. Dort steht auch folgender Satz drin: „Rechtes Gedankengut wird in feinster Weise geduldet und führt zum sofortigen Ausschluss“. Interessanterweise scheint dies jedoch nicht für die Organisator*innen selbst zu gelten.

Wir wurden darüber informiert, dass dieses „Regelwerk“ ursprünglich wohl von einer Einzelperson für „Düsseldorf passt auf“ aufgesetzt. Diese Person hat jedoch alle Verbindungen gekappt aufgrund einer fehlenden Distanzierung von Rechts.

Es formiert sich in Düsseldorf bereits ein zivilgesellschaftlicher Protest gegen die Bürgerwehr. Unter dem Slogan „Niemand braucht euch“ positionieren sich Frauen und Organisationen gegen das reaktionäre Konzept einer Bürgerwehr. Sie thematisieren auch die Beteiligungen rechter Hooligans.

An diesem Punkt sagen wir ganz deutlich: Ihr wollt „eure Frauen“ beschützen, aber: Wir gehören euch nicht! Wir Frauen brauchen und wollen eure vermeintlichen Beschützergesten nicht, ihr habt euch auch vor den Vorfällen in Köln nicht für Feminismus und Gleichberechtigung interessiert. Ihr nutzt die Gelegenheit, um rassistische Stimmung zu verbreiten. Wenn ihr Abschiebungen als legitime Reaktion auf Kriminalität versteht, fangt doch in euren eigenen Reihen an.

 

In Köln ziehen bereits Neonazis durch die Stadt um Jagd auf Ausländer zu machen. Während dessen formiert sich auf Facebook die „Kölner Bürgerwehr“ und schaltet bereits Werbung auf Facebook. Auf der Seite selber wird mehrmals täglich dazu aufgerufen zu Spenden. Schließlich müssen Treffen, T-Shirts und Bewaffnung finanziert werden. Gesucht werden vor allem „Ehrenamtliche Kampfsportler,Bodybuilder,Türsteher“.

In Dortmund kündigt die Facebook-Seite „Dortmund passt auf – Bürgerwehr Dortmund“ für das kommende Wochenende die ersten Patrouillen an. Interessant an der Geschichte ist jedoch etwas völlig anderes: Der erste Vorstellungstext der Gruppe ist übernommen worden vom Düsseldorfer Ableger. Ein Zufall?

 

Flattr this!

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT